Marokko-Namibia

FCK-Spieler Manfred Starke in der Einzelkritik

Anm. des Autors: Dies ist kein klassischer Spielbericht, sondern eine grobe taktische Analyse des Spiels im Allgemeinen und der Leistung des FCK-Profis Manfred Starke im Speziellen

Die erst Hälfte

Marokko ging als klarer Favorit in das erste Spiel der Africa-Cup Gruppenphase gegen das Team aus Namibia. Die namibischen „Brave Warriors“ erwarteten das Team um Ex-Bayern Innenverteidiger Medhi Benatia in einer flachen 4-4-2 Formation auf dem Papier, die sich im Laufe des Spiels immer deutlicher zu einem 5-3-2 gegen den Ball und zu einem 4-2-2-2 bei Ballbesitz entwickelte. Insgesamt verteidigte Namibia in der ersten Halbzeit sehr kompakt und taktisch diszipliniert. Nach vorne wurden sie nur nach Fehlern der Marokkaner im Aufbau gefährlich und kamen aus dem Spiel heraus nur einmal aus der Distanz zu einem Abschluss (17.Minute)

Marokko konnte seiner Rolle als Favorit in den ersten 45 Minuten nicht gerecht werden, da sie in einem 4-2-3-1 auf dem Papier offensiv schnell auf ein 4-1-4-1 umstellten und das Spiel über die Außen nach vorne trieben. Besonders Hakimi und Zyech gelang auf der linken Angriffseite der ein oder andere Durchbruch, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Taktisch agierte das gesamte Team etwas undisziplinierter als die Namibier.

Die zweite Hälfte

Die zweite Halbzeit zeichnete sich durch eine spielerische Überlegenheit der nun besser gestaffelten Marokkaner aus. Es gelang nun häufiger über die Außen durchzubrechen oder auch aus der Distanz zentral zum Abschluss zu kommen. Jedoch fehlte im Abschluss entweder das Glück (56. 72. und 78. Minute) oder in vielen Situationen überhaupt ein Abnehmer in der Zentrale und wirkte offensiv in vielen Situationen uninspiriert. Defensive Aufgaben hatte die marokkanische Mannschaft in der zweiten Hälfte selten zu lösen. Quasi mit dem Schlusspfiff gelang Marokko dann nach einem Freistoß von Ziyech doch noch der Lucky-Punch, als Keimuine am langen Pfosten ins eigene Netz einköpfte (89.).

Namibia merkte man die laufintensive erste Hälfte an, sie hatten in der 2. Halbzeit nur eine gefährliche Torannäherung (59. Minute) nach einem Konter über die rechte Seite, ohne aber wirklich gefährlich zum Abschluss zu kommen. Somit beschränkte man sich auf kompaktes Verteidigen, weiterhin taktisch diszipliniert im 4-4-2 mit zwei eng stehenden Ketten, die sich auch nach der Herausnahme von FCK-Profi Manfred Starke selten Schwächen leisteten. Das späte Eigentor traf die namibische Mannschaft sichtlich ins Mark, belohnte aber letztendlich die aktivere Mannschaft mit 3 Punkten am ersten Spieltag in Gruppe.

Manfred Starke: In unerwartet defensive Rolle

Manfred Starke nahm etwas überraschend die Rolle des zentraldefensiven linken Mittelfeldspieler ein und füllte diese über sein ganzes Spiel mit hoher taktischer Disziplin. Bei Ballbesitz agierte er in einigen Situationen als Verbindungsspieler zwischen Defensive und Offensive, gegen den Ball spielte er tatsächlich als tiefliegender linker Sechser. So war er die ersten 45 Minuten in vielen ballnahen Situationen sowohl offensiv als auch defensiv sichtbar. Im Spielaufbau setzte er in der Anfangsphase einige Akzente, verlor dann im weiteren Verlauf der ersten Hälfte deutlich die Bindung zur restlichen Mannschaft in der Offensive. Auch in der Defensive leistete er sich in dieser Phase ( Mitte der 1. Hälfte) den ein oder anderen Stellungsfehler oder auch Ballverlust. Dies war allerdings auch der allgemeinen Spielweise Namibias geschuldet, die häufig das Mittelfeld und damit auch Starke mit langen Bällen auf die Spitzen überbrückten und somit kaum Bindungsmöglichkeit für den zukünftigen FCK-Profi in der Offensive bestanden.

Standards und Abschluss

Im letzten Drittel der ersten Hälfte gewann Starke dann wieder an Bedeutung für das Spiel Namibias, als er zwei Freistöße ausführte, von denen er einen auch selbst herausgeholt hatte (29. Minute) . Diese blieben jedoch, trotz interessanter Torentfernung von 28 m aus dem Halbraum zu ungefährlich, da Starke zu wenig Druck hinter dem Ball bekam. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit hatte Starke noch eine Abschlußmöglichkeit (45.Minute) aus 22 Metern, zentral vor dem Tor, aber er traf den Ball nicht richtig und so entstand keine wirkliche Gefahr.

In der zweiten Hälfte war, bis auf einem weiteren ungefährlichen Freistoß (54. Minute) nicht mehr viel von Starke zu sehen bevor er in der 62. Minute ausgewechselt wurde.

Insgesamt trat Starke in den meisten Situationen als defensiver Leader auf, der seine Mitspieler dirigierte und mit taktischer Disziplin die Aufgaben eines defensiven Mittelfeldspielers ausfüllte. Allerdings war er in den meisten Defensiv-Situationen nur indirekt beteiligt, da Marokko nahezu jeden Angriff über die Außen initiierte.

Auffällig war das deutlich geringere Tempo von Manfred Starke im Vergleich zu seinen Mannschaftskollegen, sowie seine weniger stark ausgeprägte Dynamik auf den ersten Metern. Er überzeugte jedoch durch gutes defensives Stellungsspiel und als Standardschütze vertraut Namibia auf seine Schussqualitäten, die er gegen Marokko jedoch noch nicht unter Beweis stellen konnte. Die Idee, Starke in der Zentrale aufzustellen, ist aufgrund seines vergleichsweise geringeren Tempos und seinen angedeuteten fußballerischen Qualitäten im Abschluss nachvollziehbar, allerdings spielte er gegen Marokko äußerst defensiv, eine Rolle, die er beim FCK zukünftig wahrscheinlich nicht ausfüllen werden soll.

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